Kaja Ballo (Foto) studierte in Nizza an der dortigen Universität und machte an jenem verhängnisvollen 28. März 2008 den Fehler, dass sie den sogenannten Persönlichkeitstest bei Scientology machte. In dessen „Ergebnis“ stellte die Psychotruppe fest, dass sie „an Depressionen litt, unverantwortlich sei, hyperkritisch und jede Harmonie bei ihr vermisst wurde“.Am selben Tag sprang Ballo aus dem vierten Stock des Hauses, wo sie lebte. Sie hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem sie festhielt, „für Nichts gut genug gewesen zu sein“.

Ein Mitstudent von Ballo, Henrik Møinichen, dazu: „Wenn sie nicht zu den Scientologen gegangen wäre, würde sie heute noch leben!“

Kaja Ballo war die Tochter von Olav Gunnar Ballo, einem ehemaligen Parlamentsabgeordneten und dieser ging damit an die Öffentlichkeit …

Blog 5 Dagbladet

Der Vater schrieb darüber hinaus ein Buch, das auf der Bestsellerliste von Norwegen landete – aber all die Medien usw. halfen nicht. Die gerichtlichen Untersuchungen des Selbstmordes wurden eingestellt. Die englischsprachige Wikipedia fasste die Ereignisse zusammen …

60 Minutes France nahm sich ebenfalls des Themas an (mit englischen Untertiteln) …

Was sind die Fakten?

Der Persönlichkeitstest von Scientology, auch bekannt als Oxford Capacity Analysis (OCA), stellt eines der Hauptwerkzeuge dar, die Scientology benutzt, um sogenanntes Raw Meat zu bearbeiten – rohes Fleisch. Als solche werden alle Personen gesehen, die Scientology erstmals gegenübertreten. Der „Sinn“ des Tests besteht darin, die jeweilige Person zu brechen und ihr zu signalisieren, dass nur Scientology helfen kann. Der Person wird dementsprechend nahegelegt, Scientology-Kurse zu besuchen.

Der Test selbst hat weder etwas mit Oxford zu tun, noch eine wissenschaftliche Relevanz. Er wurde Mitte der 1950er-Jahre von der Scientologin Julia Salma Lewis entwickelt und hieß Anfangs American Personality Analysis. Hubbard war nicht zufrieden und Ray Kamp, ein englischer Scientologe, modelte ihn um und nannte ihn Oxford Capacity Analysis.

Blog 5 OCA

Dass der Test nicht wissenschaftlich begründet war, kümmerte Hubbard wenig, da er nun dahingehend ausgerichtet worden war, den „Ruin von jemandem zu finden“ – ihn zu ruinieren. Scientology-Mitarbeiter werden dazu ausgebildet, in diesen „Interviews“ alle Register zu ziehen, die notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Hier ein Beitrag des österreichischen Fernsehens dazu, der eine relativ milde Variante zeigt, aber sehr wohl, worum es geht …

 

Dass dies Alltag ist, zeigt ein geleaktes Mail, in dem eine österreichische Scientologin monierte: „Ich habe X gesagt, dass ich ihn [seinen Bruder] den OCA machen lassen möchte, um ihn zu ruinieren.“

Foto: Scientology-Publikation