Dr. Rudolf Willems (Foto) spendete Millionen an Scientology, ruinierte sein Unternehmen und erschoss sich im November 1987  – DER SPIEGEL dazu: „Der Erbe eines gut gehenden Familienbetriebs und promovierte Rechtsanwalt hatte sich Anfang der achtziger Jahre zu Scientology bekehren lassen und es schnell zum Präsidenten des ‚Verbands engagierter Manager‘ gebracht. Einige Wochen im US-Hauptquartier in der Sauna, dann war er geläutert.

Sein Erweckungserlebnis spornte den geklärten Firmenchef zur innerbetrieblichen Mission an. Zunächst verordnete er den Mitarbeitern der Verkaufsabteilung Seminare bei Sektenfreund Stricker im CCI Institut. Leitenden Angestellten legte er eine Ergänzung zum Dienstvertrag vor; mit ihrer Unterschrift sollten sie sich für fünf Jahre zur ‚Durchführung eines Scientology-Kursprogramms‘ verpflichten, die Möglichkeit einer regulären Kündigung des Arbeitsverhältnisses war vorsorglich ausgeschlossen.

In einer ‚Vereinbarung zur Sicherung der Vertraulichkeit‘ mussten sich die Beschäftigten zudem vertraglich binden, über die Indoktrination strengstes Stillschweigen zu bewahren. Das Papier sah horrende Vertragsstrafen vor: Bei einem Verstoß gegen die Regelung sollten Mitarbeiter 50.000 Mark, leitende Angestellte 200.000, Geschäftsführer 500.000 Mark Entschädigung zahlen.

Eine eigens gegründete ‚Hauptabteilung Kommunikation, Abteilung 3 Ethik und Untersuchungen‘ überwachte das Wohlverhalten der Kollegen. Ein Katalog mit ‚Ethikmaßnahmen‘ gab der Firmen-Stasi 23 Disziplinierungsmaßnahmen an die Hand: vom ‚Härtegrad 1‘ – ‚stillschweigendes Übersehen einer nicht optimalen Handlung‘ – bis zur Entlassung.

Die Folgen der Scientologisierung des Stahlunternehmens waren verheerend: Innerhalb von drei Jahren hatte die Hälfte der Mitarbeiter den Betrieb verlassen, die Firma schlitterte geradewegs in den Konkurs.

Dem Bericht des Konkursverwalters zufolge war die Insolvenz bei Willems auf ‚hohe und unvertretbare Entnahmen‘ aus der Firmenkasse zurückzuführen, der Stahlhändler habe seinem Geschäft ‚erhebliche Beträge in Zusammenhang mit seiner Mitgliedschaft bei der Scientology-Sekte‘ entzogen. Allein für Hubbard-Bücher mit Original-Signatur ließ Willems im Laufe der Jahre 1,2 Millionen Mark springen.

An einem sonnigen November-Tag wurde der hochverschuldete Unternehmer in seiner Villa tot aufgefunden. Er hatte sich erschossen.“

Foto: Scientology-Publikation